Das Resort der nächsten Generation – Jumeirah Marsa Al Arab
Jumeirah Marsa Al Arab – Ich fahre hinein. Und verstehe plötzlich, was Jumeirah wirklich meint. Die Einfahrt ist kein Zufall. Sie ist eine Choreografie. Ich rolle langsam vor – fast automatisch bremst man hier ab. Links ein Valet, rechts ein Valet. Dazwischen: eine stille Parade aus Luxus, der nicht posiert, sondern vollumfänglich wirkt.
Text und Photos: Antje-Katrin Schaniel – The Business Class Magazin
Bentley.
Ferrari.
Maybach.
Rolls-Royce.
Range Rover in allen Schattierungen zwischen Sand und Nacht.
Nicht ausgestellt.
Angekommen.
Und ich schwöre: mein Gesicht verrät mich. Dieser Blick, wenn man innerlich schon weiss – oh oh… das wird gut. Senza ist wach. Und sie strahlt.

Genau hier beginnt das Marsa Al Arab.
Noch bevor man einen Fuss ins Haus setzt.

Ein Ort zwischen zwei Ikonen – bewusst gewählt
Das Marsa liegt dort, wo Dubai symbolisch am spannendsten ist:
zwischen dem Burj Al Arab, der Ikone des maximalen Luxus,
und dem Jumeirah Beach Hotel, dem ersten grossen Resort der Marke.

Dazwischen entsteht nun etwas Neues.
Kein Konkurrenzbau.
Keine Wiederholung.
Sondern eine Weiterentwicklung.
Jumeirah nennt es selbst ein «Resort der nächsten Generation».
Ich würde sagen:
Es ist das erste Haus der Gruppe, das nicht beeindrucken will, sondern überzeugen.
Denn Jumeirah steht für mehr als Hotels.
Die Marke steht für Orte mit Haltung:
vom Burj Al Arab über Al Naseem, Al Qasr, Dar Al Masyaf bis hin zu ikonischen Häusern weltweit.
Jedes ein Kapitel.
Das Marsa ist das nächste – ruhiger, bewusster, moderner.

Ich will nicht nur schauen – sondern sofort fühlen, was hinter dem Design steckt. Architektur, die sich bewegt. Entworfen wurde das Marsa Al Arab von Shaun Killa (Killa Design) – dem Architekten hinter dem Museum of the Future. Shaun Killa steht für Architektur mit Bedeutung. Für Gebäude, die Emotionen auslösen, ohne laut zu sein. Seine Philosophie: Architektur soll fliessen, sich einfügen, reagieren – auf Licht, Wasser, Menschen.

Und genau das spürt man hier sofort.
Das Marsa ist nicht vertikal.
Nicht monumental.
Es ist horizontal, ruhig, beinahe nautisch.
Inspiriert von einer Superyacht, die hier dauerhaft angelegt hat.
Keine harten Kanten.
Kurven, Linien, Licht.
Glas, Stein, Wasser – immer im Dialog.

Killas Ziel war klar:
Ein Resort zu schaffen, das nicht vom Meer trennt,
sondern mit ihm lebt, atmet, fliesst.
Man läuft hier nicht durch ein Gebäude.
Man bewegt sich durch eine Idee.
Die Lobby – kein Auftritt, sondern ein Ankommen
Beim Eintreten passiert etwas Ungewöhnliches.
Es gibt keinen klassischen Wow-Moment.
Stattdessen: Raum. Sehr viel Raum.
Hohe Decken – aber weich.
Wasserflächen, die nicht dekorativ sind, sondern strukturieren.
Materialien, die teuer sind – aber nicht laut.
Man merkt sofort:
Hier wurde nicht für Social Media gebaut.
Sondern für Menschen, die bleiben,
die bewusst schauen, fühlen, wahrnehmen.

Mit rund 386 Zimmern und Suiten sowie exklusiven Residences
fühlt sich das Haus dennoch nicht gross an.
Sondern luftig.
Fast intim – trotz seiner Dimension.
Und genau das ist die Magie:
Luxus, der nicht schreit – sondern dich runterholt und entspannt.
Mein Zimmer – oder: Wie Ruhe aussieht
Die Tür schliesst leise.
Fast zu leise.
Grosse Fensterfronten.
Klare Linien.
Farben zwischen Sand, Muschel und warmem Stein.
Kein überdekorierter Luxus.
Kein Gold.
Kein Drama.

Stattdessen: Proportionen. Und ganz viele kleine Details.
Der Blick geht automatisch nach drausen.
Meer.
Marina.
Yachten, die aussehen, als gehörten sie zur Architektur.
In der Ferne das Burj Al Arab –
nicht mehr Hauptdarsteller, sondern Referenzpunkt.

Und genau das ist der Unterschied.
Vom Bademantel über das Kosmetiktuch bis hin zum Kopfkissen:
alles persönlich mit dem eigenen Namen gebrandet.
Durchdacht.
Konsequent.
Wahnsinnig….
Und dann diese Pantöffelchen.
Ganz offiziell lösen sie nun meine bisherigen Favoriten aus dem The Chedi Andermatt ab.
Sie sind noch flauschiger – was ich nach dem Chedi eigentlich für unmöglich hielt.
Das Bett?
Genauso flauschig und noch mehr.
Und wenn am Morgen die Vorhänge magisch von selbst aufgleiten,
scheint die Sonne direkt aufs Bett.
Ein leiser, warmer Guten-Morgen-Moment.

Der erste Kaffee auf der Terrasse schmeckt besonders gut.
Vögel zwitschern.
Das Hotel erwacht langsam.
Ganz ohne Eile.
Und ich sitzt da, schaue in die Sonne und denke:
Okay. Genau so. So darf ein Tag anfangen.

Kulinarik als Weltreise – wir gehen hindurch
Rund 11 Restaurants und Bars zählt das Marsa Al Arab.
Aber man wechselt hier nicht Locations –
man wechselt Atmosphären.
Rialto – Italien, ehrlich serviert
Ein eleganter Brückenschlag nach Italien.
Zeitlos, klassisch, fast filmisch.
Hier sitzt man länger als geplant –
bei Pasta, Gesprächen und diesem Gefühl, dass gute Dinge keine Eile brauchen.

Ein italienisches Restaurant, das mit viel Versprechen auftritt –
klassisch, elegant, fast ein bisschen filmreif.
Und ich sage es ganz offen:
Bestellt die Pasta.
Diese Pasta war für mich wirklich Himmel auf Erden.
Perfekt in der Textur.
Präzise abgeschmeckt.
Genau diese Balance aus Komfort und Raffinesse, die gute italienische Küche ausmacht.

Und wer mich kennt, weiss:
Bei Pasta bin ich ultra pingelig.
Ich verzeihe nichts.
Weder Übergaren noch Überambition.
Hier hat es funktioniert.
Und zwar richtig.

Der Rest des Menüs hat mich persönlich nicht ganz so abgeholt,
wie es im ersten Moment versprochen wurde.
Nicht schlecht – aber weniger erinnerungswürdig.
Doch manchmal reicht genau ein Gericht,
um ein Restaurant für sich zu gewinnen.

Und in meinem Fall war es diese Pasta.
Sie hat dem Rialto seinen Platz gesichert.
Denn am Ende zählt nicht die große Geste, sondern das, was man wirklich mitnimmt.
Und diese Pasta?
Die bleibt…mmmmhh.
Iliana – der Grieche, der mich eines Besseren belehrt hat
Mediterran, sonnig, offen.
Ein Ort, der nach Sommer schmeckt.
Nach langen Abenden und geteilten Tellern.
Ich gestehe:
Ich bin nicht so griechisch.
Zu oft ist mir das zu joghurtlastig.
Dann kommt noch Lamm dazu.
Und dieser Tzatziki.
Und ich bin – emotional wie kulinarisch – ziemlich schnell bedient.
Also stehe ich da und höre:
«Menu Surprise.»
Uff.
Wird aber wohl schon werden.
Wie so oft im Leben:
Go with the flow.
Kommt meistens gut.
Und hier?
Kam es sehr gut.
Ein Gang nach dem anderen.
Leicht.
Frisch.
Mediterran, ohne schwer zu sein.
Und irgendwann merke ich:
Ich habe längst aufgehört zu analysieren –
ich geniesse einfach.

Nur mein Magen meldet sich relativ früh.
Platz wird knapp.
Sehr knapp. (Lach.)
Das Herzstück des Abends – und mein persönlicher Aha-Moment –
war der ganze Fisch, klassisch griechisch serviert. Tagesfang.
Am Tisch präsentiert.
Perfekt gegrillt.
Saftig, zart, mit genau der richtigen Portion Röstaromen.
Begleitet von Zitrone, feinem Olivenöl, Kräutern –
nicht überdeckt, sondern respektiert.
So schmeckt griechische Küche,
wenn sie nicht laut sein will,
sondern ehrlich.
Kein Joghurt-Gewitter.
Kein Lamm-Zwang.
Sondern Meer, Sonne, Handwerk.
Iliana ist mediterran gedacht,
aber modern interpretiert.
Leicht, klar, elegant.
Und am Ende sitze ich da,
leicht zurückgelehnt,
zu satt, um aufzustehen,
zu glücklich, um es zu bereuen.
Manchmal braucht es genau das:
Einen Ort, der deine Vorurteile nimmt
und sie dir leise, Gang für Gang, wieder aus der Hand zieht.
Iliana hat das geschafft.
Und ja –ich hätte nie gedacht,
dass ich das über einen Griechen sagen würde.
The Bombay Club – Indien, das hält, was es verspricht
Indien – modern interpretiert, tief, würzig, präzise.
Kein Klischee, sondern eine kulinarische Reise mit Haltung und Seele.
Manchmal betritt man ein Restaurant und weiss nach den ersten Minuten: Das hier meint es ernst. Der Bombay Club ist genau so ein Ort.
Authentisch.
Selbstbewusst.
Und kompromisslos gut.

Hier wird indische Küche nicht erklärt –
sie wird gelebt.
Die Schärfe?
Wird auf Wunsch perfekt angepasst, ohne je an Tiefe zu verlieren.
Denn gutes indisches Essen lebt nicht von Hitze, sondern von Balance.
Ein Curry besser als das andere.
Vielschichtig.
Würzig.
Warm.
Man dippt, man teilt, man probiert.
Chiabatis werden grosszügig genutzt,
bis man irgendwann merkt:
Aufstehen wird langsam schwierig –
nicht aus Müdigkeit, sondern aus purer Zufriedenheit.

Auch die Cocktailkarte verdient Aufmerksamkeit.
Spannend, kreativ, durchdacht.
Und vor allem:
Man wird hier richtig gut begleitet.
Empfehlungen sitzen.
Aromen greifen ineinander.

Ein absolutes Highlight ist die Einrichtung.
Super hübsch, mit unglaublich viel Liebe zum Detail.
Warm.
Stimmig.
Ein Ort, an dem man sich sofort wohlfühlt.
Und dann dieser Moment:
Man schaut den Chefs beim Kochen zu.
Keine Show – sondern echtes Handwerk.
Flammen, Gewürze, Konzentration.

Das schafft Vertrauen.
Und genau dieses Gefühl trägt den ganzen Abend.
Der Bombay Club hält nicht nur, was er verspricht.
Er macht Lust auf ein zweites Mal –
mit noch mehr Hunger und noch mehr Zeit.
Commodore Club – ein Tapetenwechsel mit Augenzwinkern
Ruhig. Gediegen.
Ein Ort für Gespräche, die Tiefe haben.
Für einen Drink, der nicht laut ist, sondern perfekt sitzt.
Der Commodore Club liegt bei den Residences, direkt am Hafen.
Und genau das fühlt man sofort.
Ein kleiner Ortswechsel.
Ein Tapetenwechsel.
Fast so, als hätte man kurz das Quartier gewechselt, ohne das Haus wirklich zu verlassen.
Das grosse Highlight des Commodore Club – so sagt man – ist das Frühstück.
Und nicht irgendeines.
Es wird bis spät am Nachmittag serviert.
Allein diese Information macht neugierig.

Mein persönliches Ziel an diesem Tag war jedoch ein anderes: das empfohlene Lunch-Menü. Und – rein aus journalistischer Neugier – auch die Cocktails. Und was soll ich sagen: ausgezeichnet. Trüffelpommes, die genau wissen, was sie tun. Ein frischer Salat, der zeigt, dass Leichtigkeit auch ernst genommen werden kann. Tatar, präzise und souverän ganz neu interpretiert und serviert. Und ein Burger, der einem kurz das Gefühl gibt, alles richtig gemacht zu haben.

Alles auf den Punkt.
Ohne Drama.
Ohne Schnickschnack.
Die Cocktails?
Sehr charmant.
Sehr gut balanciert.
Und sagen wir es so:
Man versteht nach dem zweiten,
warum man hier besser sitzen bleibt,
statt allzu schwungvoll aufzustehen.

Keine Sorge –
ich war selbstverständlich nicht betrunken.
Aber man könnte es hier durchaus werden.
Mit Stil natürlich.
Der Commodore Club ist kein Ort für grosse Inszenierungen.
Er ist ein Ort für Genuss mit Leichtigkeit und ein Tapetenwechsel, der Spass macht.
Kinugawa – leicht, lässig, perfekt für den Mittag
Japanische Präzision trifft kosmopolitische Eleganz.
Reduziert, fokussiert, klar.
Hier zählt jede Bewegung, jeder Schnitt, jeder Moment.
Kinugawa ist für mich kein Ort für grosse Abende, wobei man dies erst testen müsste.
Aber vorweg ein perfekter Lunch-Spot.

Genau dann, wenn man etwas Leichtes will.
Etwas Frisches.
Etwas, das Energie gibt – und nicht nimmt.
Die Küche ist asiatisch inspiriert, modern interpretiert.
Ein Zwillingspaar im Service verzückt die Gäste und ich würde wetten den wenigsten fällt das überhaupt auf.
Viel Rohes, viel Frisches, viel Balance.
Sushi, Sashimi, feine Bowls, leichte warme Gerichte –
alles klar, präzise, nicht überladen.
Hier geht es nicht um Show.
Sondern um Qualität, Textur und Timing.
Was mir besonders gefallen hat:
die non-alkoholische Getränkekarte.
Spannend, kreativ, durchdacht.
Perfekt abgestimmt auf die Küche –
leicht, erfrischend, überraschend.

Und dann die Lage.
Direkt am Strand.
Immer eine leichte Meeresbrise.
Dieses konstante Rauschen im Hintergrund, das Gespräche automatisch entspannter macht.
Man sitzt da, schaut aufs Meer,
isst langsam, trinkt noch einen Schluck –
und merkt plötzlich:
Das hier ist genau diese Art von Luxus,
die man mittags sucht.
Unkompliziert.
Stilvoll.
Und so angenehm, dass man fast vergisst,
wie spät es eigentlich schon ist.
Sunset Drinks at Iliana Rooftop
Kein Dubai-Klischee.
Kein Bling.
Kein Zwang, gesehen zu werden.
Stattdessen:
Côte d’Azur trifft Nahost –
mit Blick auf das offene Meer.
Das Iliana Rooftop ist ein Ort, der nicht stehen bleibt.
Er verändert sich mit dem Tag.
Es beginnt mit der Happy Hour,
locker, leicht, fast beiläufig.
Ein Drink zum Ankommen.
Gespräche, die noch Tageslicht tragen.
Dann kommt der Sunset.
Das Licht wird weicher, der DJ legt etwas tiefer auf, die Terrasse füllt sich –
nicht hektisch, sondern fliessend.
Später am Abend wechselt das Publikum.
Neue Gesichter, neue Dynamik.

Und trotzdem bleibt das Gefühl gleich:
Genuss ohne Druck.
Easy Drinks.
Feine, lockere Häppchen.
Nichts, das beschwert.
Alles, was verbindet.
Bis spät in die Nacht bleibt das Iliana Rooftop genau das, was es von Anfang an war: ein Ort zum Bleiben.
Kein Club.
Keine Show.
Sondern ein Platz, an dem Menschen kommen und gehen und der trotzdem seine Ruhe behält. Von der ersten Stunde bis zum letzten Glas. Und genau deshalb funktioniert er: Gastfreundschaft wird grossgeschrieben – und dennoch kann jeder ganz bei sich bleiben. Alles kann. Nichts muss, aber ich muss dahin zurück.
Das Frühstück – das ultimative Food-Highlight des Tages
Und dann…
müssen wir über das Frühstück sprechen.
Nicht beiläufig.
Nicht am Rand.
Sondern mit voller Aufmerksamkeit.
Denn was im Jumeirah Marsa Al Arab am Morgen passiert,
ist kein klassisches Hotelfrühstück.
Es ist ein kulinarisches Erlebnis.
Ich sage es ganz bewusst:
Das ist nicht nur eines der besten Frühstücke, die ich je gesehen habe.
Es ist DAS beste.
Und ja – es löst damit Milaidhoo auf den Malediven ab.
Und das will etwas heissen.
Und irgendwo dazwischen – diese kleine Senza.
Noch bevor ich beginne zu verstehen, warum dieses Frühstück so besonders ist, passiert etwas anderes.
Und irgendwo zwischen all dem
steht sie plötzlich wieder da.
Diese kleine Senza.
Mit grossen, strahlenden Augen.
Einen Teller in der Hand.
Und diesem Blick, der alles verrät.
So viel Neues.
So viel Gutes.
So viele Möglichkeiten.
Ich gehe ein paar Schritte,
bleibe stehen,
drehe mich wieder um.
Hier anfangen?
Oder dort?
Oder doch noch schnell einmal zurück?
Mein Herz schlägt schneller,
nicht vor Hunger – sondern vor purer Freude.
Ich glaube, man sieht es mir an.
Diesen einen Blick,
der sagt:
Wo fange ich an?
Und genau in diesem Moment wird mir klar:
Das hier ist mehr als Frühstück.
Warum dieses Frühstück so aussergewöhnlich ist
Der Schlüssel liegt im Haupthaus – genauer gesagt im Bereich The Fore. The Fore ist morgens der zentrale Frühstücksraum des Marsa. Doch er ist nicht als klassische Buffetfläche gedacht, sondern als architektonischer und kulinarischer Hub. Derselbe Raum verwandelt sich ab Mittag und Abend in FOUR – ein Restaurantkonzept, das aus vier eigenständigen Restaurants besteht, die sich einen Raum teilen und je nach Tageszeit anders gelesen werden. Am Morgen verschmelzen diese vier Konzepte zu einem einzigen Frühstückserlebnis. Und genau deshalb fühlt sich dieses Frühstück so anders an.

FOUR – vier Restaurants, ein Morgen
Die vier Restaurants, die FOUR bilden, sind:
Umi Kei – japanisch, klar, präzise.
The Bombay Club – indisch, tief, würzig, warm.
Mirabelle – mediterran, leicht, elegant.
Madame Li – pan-asiatisch, aromatisch, verspielt.
Am Morgen sind sie nicht getrennt,
sondern ineinander verwoben.

Man bewegt sich nicht durch ein Buffet,
sondern durch eine kulinarische Landschaft,
in der jede Küche ihren Charakter einbringt.
Internationale Klassiker treffen auf asiatische Leichtigkeit,
orientalische Aromen auf mediterrane Frische.
Alles frisch.
Alles hochwertig.
Alles dort platziert, wo es Sinn macht.
Die vier Tiere – die Seele des Konzepts
Was FOUR zusätzlich Tiefe gibt,
ist die symbolische Arbeit mit vier Tieren,
die jedem Restaurant – und damit auch jedem Frühstücksbereich –
eine Haltung verleihen.
Der Kranich
Steht für Ruhe, Eleganz und Klarheit.
Für einen leichten, fokussierten Start in den Tag.
Der Fuchs
Neugierig, wach, verspielt.
Für all die kleinen Entdeckungen,
die man ungeplant probiert –
und dann unbedingt mitnimmt.
Der Pfau
Opulent, sinnlich, selbstbewusst.
Für Genuss, Farbe und diese Momente,
in denen Frühstück plötzlich zelebriert wird.

Die Schildkröte
Langsamkeit, Erdung, Substanz.
Für Qualität, Beständigkeit
und das Gefühl, bleiben zu dürfen.
Diese Tiere sind kein Deko-Element.
Sie sind eine innere Dramaturgie.
Man merkt sie nicht bewusst –
aber man fühlt, dass alles einen Rhythmus hat.
Warum man hier bleibt – und nicht nur isst
Trotz der Grösse wirkt nichts hektisch.
Kein Gedränge.
Kein Stress.
Kein «ich muss alles probieren».
Man beginnt leicht.
Wird neugierig.
Bleibt länger.Der Kaffee kommt ruhig.
Das Licht wird heller.
Das Hotel erwacht langsam um einen herum.
Und irgendwo mittendrin ist sie wieder da, diese kleine Senza, mit diesem Lächeln, das sagt:
Ich weiss noch immer nicht, wo ich anfangen soll –
aber genau das ist das Schönste daran.
Wellness, wie man ihn selten sieht
Das Talise Spa im Marsa zählt zu den grössten der Region:
drei Etagen, über 3000 Quadratmeter, Meerblick inklusive.
Aber auch hier kein Übermass.
Stattdessen: Zonen.
Rituale.
Rückzug.
Ein Spa, das nicht Wellness verkauft –
sondern Zeit.
Zeit, um bewusst anzukommen.
Inne zu halten.

Die 4 R – meine ganz persönliche Lesart des Talise Spa. Und genau hier, zwischen warmem Stein, leiser Musik und Berührungen mit Bedeutung, wird mir etwas klar. Dieses Spa arbeitet nicht mit Versprechen. Es arbeitet mit Zuständen. Was ich hier mitnehme, lässt sich für mich auf vier Buchstaben reduzieren. Vier R. Nicht als offizielles Konzept des Hauses – sondern als meine ganz persönliche Wahrnehmung dieses Ortes. Das, was sich für mich zwischen Behandlungsraum, Stille und Nachklang verdichtet hat.
Der Raum
Raum, um wieder Platz einzunehmen.
Nicht nur körperlich – sondern innerlich.
Ein Raum, in dem nichts von dir erwartet wird.
Wo du nicht funktionieren musst,
sondern einfach sein darfst.
Ritual
Berührungen, die nicht zufällig sind.
Bewegungen, die langsamer sind als der Alltag.
Rituale, die dich daran erinnern,
dass wahrer Luxus manchmal nichts anderes ist als Zeit – mit Absicht.
Rückzug
Kein Entzug von der Welt.
Sondern ein bewusstes Verschwinden.
Ein Schritt zurück, damit du dich wieder sehen kannst.
Dort, wo niemand etwas von dir will –
und genau deshalb alles möglich wird.
Restart
Kein Neuanfang.
Kein Reset-Knopf.
Sondern eine sanfte Neuausrichtung.
Wie ein inneres Einrasten.
Als würde etwas leise sagen:
«Du bist genau richtig. Jetzt wieder bei dir.»
Meine Botschaft lautete:
«Trust the journey you are on.»
Dazu ein Onyx-Stein –
dem Wurzelchakra zugeordnet.
Ein Symbol für Erdung, innere Stärke und Schutz.
Für Stabilität.
Für dieses tiefe Gefühl, getragen zu sein –
egal, wohin die Reise führt.
Und kaum zurück im Alltag,
werden mir die Worte der Therapeutin erst richtig bewusst.
Manchmal sind es nicht die grossen Umbrüche.
Sondern die Energien, die schon lange unbewusst mitschwingen.
Wir müssen ihnen nur Raum geben.
Und Bedeutung.
Genau das ist es,
was ich aus diesem Spa mitgenommen habe.
Nicht Entspannung.
Ausrichtung.
Vielleicht fühlt es sich für jemand anderen ganz anders an.
Und genau das ist das Schöne daran.
Denn Orte wie das Talise Spa geben nichts vor.
Sie lassen Raum für eigene Deutung.
Was dieses Haus wirklich besonders macht
Das Marsa Al Arab ist nicht besonders, weil es neu ist.
Oder gross.
Oder teuer.
Es ist besonders, weil es zeigt, wohin Luxus sich bewegt:
Weg vom Zeigen,
hin zum Erleben.
Weg vom Spektakel,
hin zur Substanz.

Jumeirah war schon immer eine Marke, die Ikonen erschafft.
Mit dem Marsa beweist sie etwas anderes:
Sie kann auch leise Zukunft.
Mein Fazit – ganz persönlich
Das Marsa Al Arab ist kein Hotel für jeden.
Und das ist auch gut so.
Es ist für Menschen, die Luxus nicht erklären wollen,
sondern ihn ganz bewusst auf eine lockere Art geniessen.
Für Menschen, die wissen, wann genug genau richtig ist.
Die Architektur fühlen, Essen erleben und Ruhe schätzen.

Ich bin hineingefahren –
und mit dem Gefühl hinausgegangen,
einen Ort erlebt zu haben, der nicht schreit, sondern bleibt.
Mit Menschen, die fürsorglich sind –
manchmal professionell distanziert,
aber grösstenteils herzlich, liebevoll, echt.
Und vielleicht ist genau das die grösste Kunst in einer Stadt wie Dubai:
Die Balance zu finden zwischen ultimativem Luxus und einem menschlichen Zuhause.

Alle Bilder Copyright: Antje-Katrin Schaniel