Ordnung als Haltung – Teil I
Ein persönlicher Essay zwischen Schweizer Modularität, stiller Kunst sowie einer Begegnung mit Badr Ali – und warum ich sie in Saudi-Arabien neu verstanden habe.
Von Antje-Katrin Schaniel – Text und Fotos
Der Moment, bevor alles Sinn ergibt
Ich habe Badr Ali im Rahmen der Desert X 2026 in der Villa Hegra AlUla Saudi-Arabien getroffen.
Nicht im klassischen Sinne eines Atelierbesuchs. Kein White Cube, keine erklärenden Tafeln, kein kuratorischer Lärm. Es war ein Raum, der fast leer war. Und genau deshalb voll.
Wir sprachen über seine Arbeiten, über Wiederholung, über Zurückhaltung, über die Art, wie Raum etwas aufnimmt – nicht nur physisch, sondern emotional. Es war eines dieser Gespräche, die nicht auf Antworten aus sind, sondern auf Resonanz. Ich merkte schnell: Hier geht es nicht um Kunst als Objekt. Sondern um Ordnung als Denkweise.
Später, viel später, dachte ich an USM. Und verstand plötzlich, warum dieses Möbel – dieses System – mich seit Jahren begleitet, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen. Diese Möbel sind ja gefühlt überall anzutreffen. Nicht weil sie laut sind,sondern weil sie beinahe unsterblich sind. Ordnung ist kein Stil. Ordnung ist eine Entscheidung. Wir leben in einer Zeit permanenter Überforderung. Zu viele Bilder. Zu viele Meinungen. Zu viele Optionen. Selbst der Luxus ist laut geworden. Er erklärt sich, rechtfertigt sich, schreit nach Aufmerksamkeit.
Ordnung wird dabei oft missverstanden:
als Kontrolle, als Strenge, als Einschränkung.
Dabei ist Ordnung in Wahrheit etwas anderes:
Sie ist eine Vereinbarung mit sich selbst.
Eine Entscheidung, was bleiben darf und was nicht.

In Gesprächen mit Künstler, Architekten, Denkern fällt mir immer wieder auf: Die spannendsten Arbeiten entstehen nicht aus dem Wunsch nach Ausdruck, sondern aus dem Mut zur Reduktion. Aus der Fähigkeit, etwas wegzulassen, ohne dass etwas fehlt.
Saudi-Arabien – so widersprüchlich das für viele noch klingen mag – ist aktuell einer der Orte, an denen genau diese Frage neu gestellt wird: Wie viel braucht Raum, um Bedeutung zu tragen?
USM – nicht entworfen, sondern gedacht
Die Geschichte von USM beginnt nicht mit einem Möbel. Sie beginnt mit einer Haltung. Gegründet 1885 als Metall- und Schlosserbetrieb in Münsingen, Schweiz, entwickelt sich das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg – bis in den frühen 1960er-Jahren ein entscheidender Moment eintritt: Paul Schärer junior, dritte Generation der Familie, beauftragt den Architekten Fritz Haller mit dem Bau neuer Fabrik- und Bürogebäude.
Was Haller denkt, ist Architektur.
Was daraus entsteht, ist ein System.

Die Möbel, die später als USM Haller System weltbekannt werden, sind ursprünglich kein Produkt, sondern eine interne Lösung. Für einen Raum, der flexibel, klar, erweiterbar sein soll. Für eine Arbeitswelt, die sich verändert – ohne sich ständig neu erfinden zu müssen.
Das Entscheidende: USM folgt keiner Formensprache, die veralten kann. Es folgt einer Logik. Chromkugel. Stahlrohr. Metallpaneel. Immer gleich. Immer kombinierbar. Immer offen. Nicht als Baukasten im spielerischen Sinn – sondern als architektonische Grammatik.
Warum Zeit USM nichts anhaben kann
Es gibt Design, das altert.
Und Design, das reift.
USM gehört zur zweiten Kategorie. Nicht, weil es nostalgisch wäre – im Gegenteil. Sondern weil es nie versucht hat, zeitgemäss zu sein. Es war immer zeitlos. Diese Zeitlosigkeit ist kein ästhetischer Zufall. Sie ist das Resultat eines Systems, das sich verändern lässt, ohne sein Wesen zu verlieren. Ein USM-Regal aus den 1970er-Jahren kann heute aussehen, als wäre es gestern konfiguriert worden. Nicht restauriert. Nicht «neu interpretiert». Sondern neu gelesen. In einer Welt, in der Nachhaltigkeit oft als Zusatzargument verkauft wird, ist USM radikal pragmatisch: Das nachhaltigste Produkt ist jenes, das nicht ersetzt werden muss.
Modularität als Gegenentwurf zur Wegwerfästhetik
Modularität wird häufig technisch beschrieben. Bei USM ist sie kulturell. Ein Modul ist kein Element. Es ist ein Versprechen. Ein Versprechen darauf, dass nichts endgültig ist, aber auch nichts beliebig. Dass Ordnung nicht starr sein muss, um stabil zu sein. Dass Veränderung nicht Zerstörung bedeutet, sondern Weiterdenken.

Diese Haltung ist heute relevanter denn je. Nicht nur im Wohnen oder Arbeiten. Sondern im Umgang mit Ressourcen, mit Besitz, mit Zeit. USM spricht Menschen an, die nicht ständig Neues brauchen, um sich neu zu fühlen. Sondern die Räume gestalten wollen, die mit ihnen wachsen.
Das MoMA als stilles Statement
2001 wird USM in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen. Ein formaler Ritterschlag – aber keiner, der laut gefeiert wird. USM nutzt diese Anerkennung nicht als Statussymbol, sondern als Bestätigung dessen, was längst klar war: Das System hat museale Qualität, weil es nicht dekorativ ist.
Es ist angewandte Kunst.
Weil es Denken sichtbar macht.
«USM wird oft als rational beschrieben. Als kühl. Als funktional. Doch das greift zu kurz. Emotion entsteht nicht nur durch Farbe, Form oder Geste. Manchmal entsteht sie durch Verlässlichkeit.»
Antje-Katrin Schaniel, Autorin und Fotografin
Warum Saudi-Arabien der unerwartet logische Kontext ist
Saudi-Arabien wird oft beschrieben als Land im Wandel. Doch Wandel ist kein Spektakel. Wandel ist Arbeit. Was mir vor Ort immer wieder begegnet ist, ist nicht Hektik – sondern Kontrolle. Nicht im politischen, sondern im räumlichen Sinn. Eine neue Sensibilität für Massstab, Stille, Kontext.
Hier entstehen keine Kulissen.
Hier entstehen Strukturen.
Genau deshalb war meine Begegnung mit Badr Ali so prägend. Seine Arbeiten sind nicht laut. Sie erklären sich nicht. Sie nehmen Raum ernst. Und genau dort schliesst sich der Kreis zu USM.
Ein persönlicher Gedanke, bevor wir weitergehen
Als ich Saudi-Arabien verliess, hatte ich nicht das Gefühl, etwas gesehen zu haben. Sondern etwas verstanden. Dass Zukunft nicht dort beginnt, wo alles neu ist. Sondern dort, wo Ordnung neu gedacht wird. USM ist kein Möbel für diese Zukunft. Es ist ein System für Menschen, die ihr Leben nicht neu dekorieren wollen – sondern bewusst strukturieren.

Modularität als kulturelle Sprache
Modularität ist eines dieser Worte, das technisch klingt, fast kühl.
Dabei ist sie zutiefst menschlich.
Wir modularisieren unser Leben ständig – ohne es so zu nennen.
Wir strukturieren Tage, Rituale, Räume, Beziehungen. Wir ordnen, um nicht zu verlieren. Wir wiederholen, um zu erinnern. Wir bauen Systeme, damit wir frei bleiben können.
In der Kunst ist Modularität keine Erfindung der Moderne. Sie existiert in Ornamenten, in religiösen Strukturen, in der Architektur jahrhundertealter Kulturen. Wiederholung ist dort kein Mangel an Fantasie, sondern Ausdruck von Sinn.
Ein Modul ist kein Baustein.
Es ist ein Gedanke, der sich wiederholen darf.
USM hat diese Logik früh verstanden – nicht als ästhetische Spielerei, sondern als kulturelle Konstante. Ein System, das nicht festlegt, sondern ermöglicht. Das Ordnung anbietet, ohne sie zu erzwingen.
Vielleicht ist das der Grund, warum USM nie «designt» wirkt.
Weil es nicht gestaltet wurde, um zu gefallen, sondern um zu funktionieren. Und genau darin liegt seine Ruhe.

Wiederholung ist kein Stillstand
In Gesprächen über zeitgenössische Kunst fällt mir immer wieder auf, wie vorsichtig der Begriff Wiederholung behandelt wird. Als wäre er etwas Gefährliches. Als würde er Stillstand bedeuten.
Dabei ist Wiederholung das, was Kulturen zusammenhält.
Gebete. Gesten. Wege. Muster.
Auch in Saudi-Arabien ist Wiederholung tief verankert – nicht ornamental, sondern rituell. Der Rhythmus des Tages, die Ordnung der Begegnung, die Art, wie Räume gelesen werden. Nichts wirkt zufällig, aber auch nichts überinszeniert.
Diese Form von Ordnung ist nicht repressiv. Sie ist tragend. Und genau hier beginnt die Brücke. Ein Land, das sich nicht neu erfindet, sondern neu ordnet: Saudi-Arabien wird im Westen oft als Projekt beschrieben. Als Baustelle. Als Zukunftslabor.
Was dabei übersehen wird: Ordnung ist hier kein westlicher Import. Sie ist kulturelle Grundlage. Was sich verändert, ist nicht der Wunsch nach Struktur – sondern die Form, in der sie sichtbar wird.
Räume werden neu definiert. Funktionen neu verteilt. Bedeutungen neu verhandelt. Aber nie ohne Bezug zum Ganzen. Nie ohne Rücksicht auf Massstab und Kontext. Das ist entscheidend. Denn Modularität funktioniert nur dort, wo es ein Verständnis für Zusammenhang gibt.
USM wäre in einem rein dekorativen Kontext verloren. In Saudi-Arabien aber entfaltet es plötzlich eine stille Logik: als System, das Veränderung erlaubt, ohne Identität zu verlieren.
Begegnung statt Beobachtung
Als ich mit Badr Ali sprach, ging es erstaunlich wenig um Materialien.
Und erstaunlich viel um Verantwortung.
Verantwortung für Raum.
Für das, was man hinzufügt – und für das, was man bewusst nicht tut.
Seine Arbeiten entstehen nicht aus dem Wunsch, gesehen zu werden. Sie entstehen aus dem Bedürfnis, Raum zu klären. Man spürt, dass hier jemand arbeitet, der Stille nicht fürchtet. Der Leere nicht als Mangel versteht. Das hat mich berührt. Vielleicht, weil genau diese Haltung im zeitgenössischen Kunstbetrieb selten geworden ist.
Hier war kein Drang nach Interpretation. Kein Bedürfnis nach Erklärung.
Nur eine klare, ruhige Präsenz. Und zwischen durch eine Katze die uns beide gleichermassen faszinierte und wir sie einfach streicheln mussten.
«USM gehört zu diesen Systemen. Und die Begegnung mit Badr Ali hat mir gezeigt, warum. Nicht, weil alles zusammenpasst. Sondern weil es nicht angepasst werden muss, um zu funktionieren.»
Antje-Katrin Schaniel, Autorin und Fotografin
Kunst, die nicht spricht – sondern zuhört
Es gibt Kunst, die etwas sagen will.
Und Kunst, die etwas zulässt.
Badr Alis Werke gehören eindeutig zur zweiten Kategorie. Sie geben nichts vor. Sie laden ein. Sie fordern Aufmerksamkeit, ohne sie zu erzwingen.
In ihrer Zurückhaltung liegt eine Stärke, die man nicht oft findet:
Sie vertrauen darauf, dass der Betrachter bereit ist, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Diese Haltung ist bemerkenswert – gerade in einer Region, die sich global neu positioniert. Sie zeigt, dass kulturelle Entwicklung nicht laut sein muss, um wirksam zu sein. Und genau hier beginnt die eigentliche Verbindung zu USM.
Die stille Übereinkunft zwischen System und Kunst
USM und Badr Ali treffen sich nicht auf der Ebene des Designs.
Sie treffen sich auf der Ebene der Ethik.
Beide glauben nicht an das schnelle Statement.
Beide glauben an Dauer.
USM lässt sich immer wieder neu konfigurieren, ohne sein Wesen zu verlieren.
Badr Alis Arbeiten lassen sich immer wieder neu lesen, ohne sich aufzudrängen.
Beide Systeme – das eine funktional, das andere künstlerisch – setzen auf Vertrauen. Vertrauen in Zeit. Vertrauen in Wahrnehmung. Vertrauen in den Menschen. Das ist selten.
Nachhaltigkeit ohne Pathos
In westlichen Kontexten wird Nachhaltigkeit oft visuell verhandelt. Materialien, Labels, Versprechen. In Saudi-Arabien – zumindest in den künstlerischen und kulturellen Räumen, die ich erlebt habe – wird sie räumlich gedacht.
Was bleibt?
Was trägt?
Was muss nicht ersetzt werden?
USM beantwortet diese Fragen seit Jahrzehnten – ohne sie laut zu stellen. Ein Möbel, das nicht altert, weil es sich verändern darf. Ein System, das Reparatur und Erweiterung nicht als Schwäche, sondern als Stärke begreift.
In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit häufig als moralische Pflicht verkauft wird, ist diese Selbstverständlichkeit fast radikal.

Warum diese Verbindung glaubwürdig ist
Es wäre einfach, diese Begegnung als zufällig zu erzählen.
Ein Künstler. Ein Möbel. Ein Land im Umbruch.
Doch das würde der Tiefe nicht gerecht.
Denn was hier zusammenkommt, ist kein Marketingnarrativ.
Es ist eine gemeinsame Haltung:
Ordnung als Ermöglichung.
Struktur als Freiheit.
Zurückhaltung als Form von Respekt.
Saudi-Arabien ist aktuell einer der wenigen Orte, an denen diese Haltung nicht nostalgisch wirkt, sondern zukunftsgerichtet. Und USM – so paradox es klingen mag – passt genau deshalb hierher.
Nicht als europäischer Export.
Sondern als universelles Systemdenken.
Was bleibt, wenn man geht
Als ich Saudi-Arabien verlassen habe, hatte ich kein Bild im Kopf, das sich aufdrängte. Kein ikonisches Motiv. Keine Kulisse. Was blieb, war ein Gefühl von Wertschätzung für Dinge, die nicht erklären, sondern tragen.
USM ist eines dieser Dinge. Und die Begegnung mit Badr Ali hat mir gezeigt, warum.
Nicht, weil beide modern sind.
Nicht, weil beide reduziert sind.
Sondern weil beide verstehen, dass Zukunft dort entsteht,
wo Ordnung nicht diktiert, sondern ermöglicht.
Wenn Systeme anfangen, leise zu sprechen
Es gibt Begegnungen, die wirken nach, ohne sich aufzudrängen. Man kann sie nicht sofort einordnen, nicht sofort verwerten. Sie legen sich nicht über alles andere, sondern bleiben im Hintergrund – wie ein leiser Referenzpunkt.
So war es mit Badr Ali.
Und so ist es mit USM.
Beide verlangen nichts vom Betrachter.
Und genau deshalb entsteht eine Verantwortung: hinzusehen, wahrzunehmen, selbst zu denken. Das ist vielleicht die seltenste Qualität unserer Zeit.
Ordnung als Einladung – nicht als Vorgabe
Was mich an der Arbeit von Badr Ali besonders beschäftigt hat, war die Art, wie er über Ordnung sprach, ohne sie je direkt zu benennen. Ordnung erschien nie als Ziel, sondern als Nebenprodukt von Achtsamkeit.
Ein Raum wird klar, wenn man ihn ernst nimmt. Nicht wenn man ihn füllt. Diese Haltung ist radikal – gerade in einer Gegenwart, die Raum meist als Bühne begreift. Für Inszenierung. Für Identität. Für Sichtbarkeit. USM widersetzt sich dieser Logik seit jeher. Nicht aus Widerstand, sondern aus Konsequenz. Das System kennt keine Vorderseite. Keine Hierarchie. Kein richtig oder falsch.
Es funktioniert, weil es Vertrauen schenkt.
Vertrauen darauf, dass der Mensch weiss, wie er leben will.
Vertrauen darauf, dass Bedürfnisse sich ändern dürfen.
Vertrauen darauf, dass Dinge nicht endgültig sein müssen, um Bestand zu haben.
«Je länger ich in Saudi-Arabien war, desto deutlicher wurde mir: Die Zukunft, die hier entworfen wird, ist keine futuristische Projektion. Sie ist keine Form von Übertreibung. Sie ist präzise.»
Antje-Katrin Schaniel, Autorin und Fotografin
Warum USM nie emotional sein wollte – und es trotzdem ist
USM wird oft als rational beschrieben. Als kühl. Als funktional. Doch das greift zu kurz. Emotion entsteht nicht nur durch Farbe, Form oder Geste. Manchmal entsteht sie durch Verlässlichkeit.
Ein Möbel, das bleibt, während sich Leben verändert, wird Teil der Biografie. Nicht als Erinnerungsstück – sondern als stiller Begleiter. Vielleicht ist das der Grund, warum USM in so vielen sehr persönlichen Kontexten auftaucht: in Arbeitsräumen, die Lebensphasen überdauern; in Wohnungen, die sich mit ihren Bewohnern neu ordnen; in Ateliers, Archiven, Bibliotheken. USM macht nichts dramatisch. Und genau deshalb wird es intim.

Saudi-Arabien und die neue Präzision der Zukunft
Je länger ich in Saudi-Arabien war, desto deutlicher wurde mir: Die Zukunft, die hier entworfen wird, ist keine futuristische Projektion. Sie ist keine Form von Übertreibung. Sie ist präzise. Präzision im Umgang mit Raum. Präzision in der Entscheidung, wann etwas sichtbar sein muss – und wann nicht. Präzision darin, kulturelle Identität weiterzuführen. Das erklärt auch, warum zeitgenössische Kunst hier oft anders wirkt als im westlichen Kontext. Weniger deklarativ. Weniger ironisch. Weniger distanziert. Badr Alis Arbeiten fügen sich in diese Präzision ein. Sie suchen keinen Kontrast. Sie bilden Resonanz. Und genau darin liegt ihr Wert.
Systeme, die Kulturen verbinden
USM ist ein globales System – aber kein globalisiertes. Es passt sich an, ohne sich anzubiedern. Es fügt sich ein, ohne seine Herkunft zu verleugnen. Vielleicht funktioniert es deshalb in so unterschiedlichen Kontexten: in New Yorker Büros ebenso wie in europäischen Wohnräumen, in kreativen Studios ebenso wie in kulturellen Institutionen. Und vielleicht funktioniert es deshalb auch in Saudi-Arabien.
Nicht, weil es neutral wäre.
Sondern weil es lesbar ist.
Lesbar als System.
Lesbar als Denkmodell.
Lesbar als Einladung, Ordnung selbst zu definieren.
Die leise Logik einer möglichen Kooperation
Eine Zusammenarbeit zwischen USM und einem Künstler wie Badr Ali müsste nichts beweisen. Sie müsste nichts erklären. Sie müsste nicht einmal sichtbar sein im klassischen Sinn.
Ihre Stärke läge genau darin: in der Selbstverständlichkeit.Ein System trifft auf eine Haltung.
Ein Möbel auf ein Raumverständnis.
Eine Schweizer Präzision auf eine saudische Sensibilität.
Nicht als Projekt.
Sondern als gemeinsames Denken.
Was Donna Senza daran interessiert
Donna Senza erzählt keine Marken.
Donna Senza erzählt Bedeutungen.
USM ist in diesem Kontext nicht Objekt einer Betrachtung, sondern Ausgangspunkt. Für ein Gespräch über Ordnung, über Zeit, über die Art, wie wir leben wollen.
Die Begegnung mit Badr Ali hat diesem Gespräch eine neue Tiefe gegeben. Sie hat gezeigt, dass diese Fragen global sind – aber nicht universell beantwortet werden müssen. Vielleicht liegt genau darin die Zukunft von Luxus: nicht in der Vereinheitlichung, sondern in der Übersetzbarkeit.
Der leise Schluss
Ich habe das Interview mit Badr mit dem Gefühl verlassen, dass Klarheit kein Ziel ist, sondern ein Prozess. Dass Ordnung nichts ist, was man besitzt – sondern etwas, das man immer wieder herstellt. Und dass Systeme, die das zulassen, wertvoller sind als solche, die sich festlegen.
USM gehört zu diesen Systemen. Und die Begegnung mit Badr Ali hat mir gezeigt, warum. Nicht, weil alles zusammenpasst. Sondern weil es nicht angepasst werden muss, um zu funktionieren.

Hier gibt es mehr Informationen zu ALULA I DesertX.
Und hier zur Villa Hegra.