Mit Infusionen gegen die Grippewelle
Die Grippewelle hat die Schweiz fest im Griff. Während Herr und Frau Schweizer traditionelle Hausmittel wie Zwiebelsaft, heissen Tee und dampfende Inhalationen verwenden, zeichnet sich ein neuer Trend ab: die verstärkte Nutzung der Infusionstherapien.
Infusionen sind im Aufwind, und seit der Corona-Pandemie hat sich die Nachfrage nach der Behandlungsmethode verachtfacht. In dem noch immer kleinen Markt arbeitet unter anderem «The Gentlemen’s Clinic» in Zürich. Der Inhaber und Geschäftsführer, Giuliano Lenz, erzählt, worauf es bei Infusionstherapien ankommt, für wen sie geeignet sind und warum er sie anbietet.

Herr Lenz, was genau ist eine Infusionstherapie und welchen Nutzen bringt es dem Kunden?
Bei der Infusionstherapie werden Nährstoffe, Vitamine, Aminosäuren und andere Inhaltsstoffe gezielt über einen intravenösen Zugang verabreicht. Individuell auf die Bedürfnisse unserer Gäste abgestimmt, bietet diese Behandlung Lösungen bei allgemeinen Erschöpfung-Symptomen wie Müdigkeit, Jetlag oder Hangover. Wir werden daher von einer breiten Zielgruppe besucht, die sich einerseits mehr Energie wünscht und andererseits präventiv Krankheiten vorbeugen möchte.
Wie läuft eine Infusionstherapie ab?
Wenn uns jemand zum ersten Mal besucht, werden zunächst ein Beratungsgespräch und eine Anamnese durchgeführt. Bei Bedarf erfolgt ein umfassendes Blutbild, bei dem im Labor alle relevanten Blutwerte analysiert werden. Abhängig vom Befund kann direkt im Anschluss die Infusion verabreicht werden. Je nach Infusionstherapie planen wir zwischen 45 Minuten und zwei Stunden ein. Währenddessen können sich die Gäste entspannen, arbeiten, telefonieren oder die Aussicht auf den See geniessen.
Kann eine Infusion speziell auf den Kunden abgestimmt werden oder sind es fix fertige Produkte?
Wir bieten sowohl anwendungsfertige Lösungen als auch individuell auf den Kunden zugeschnittene Infusionen an.
Welche Infusion wird bei Ihnen am häufigsten verabreicht?
Die beliebtesten Infusionstherapien sind gegen Haarausfall, Müdigkeit oder zur Krankheitsprävention. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung rund um das Thema Haartransplantation ist die Nachfrage nach einer Infusionstherapie gegen Haarausfall besonders gross. Eine intravenöse Behandlung bei Erschöpfung, Müdigkeit und Jetlag ist beispielsweise bei Besucherinnen und Besuchern mit hoher Arbeitsbelastung beliebt. Auch Infusionen im Bereich Langlebigkeit nehmen zu. Diese bieten wir vor allem Gästen an, die vorbeugend etwas gegen Krankheit und Erschöpfung tun möchten.
Gibt es Umstände, unter denen es medizinisch nicht ratsam ist, eine Infusionstherapie zu beginnen?
Nein. In der Gentlemen’s Clinic haben wir die Expertise, auch bei komplexen Krankheitsbildern oder komplizierten Vorerkrankungen eine geeignete Infusionstherapie individuell zusammenzustellen. Bei Bedarf arbeiten wir mit den behandelnden Ärzten unserer Gäste zusammen.
Die Marke «The Gentlemen’s Clinic» zielt auf ein männliches Publikum ab. Können auch Frauen bei Ihnen eine Infusionstherapie machen lassen?
Wir haben uns auf Männer spezialisiert und die Infusionen entsprechend entwickelt. Trotzdem können fast alle Infusionstherapien auch an Frauen angewendet werden.

Können Sie uns den aussergewöhnlichsten Grund nennen, warum ein Kunde eine Infusion haben wollte?
Ich erinnere mich an einen wohlhabenden Unternehmer, der auf einer Geschäftsreise in Zürich einen Zwischenstopp einlegte, um bei uns eine Infusionstherapie zu machen. Zwei Stunden später bestieg er wieder das Flugzeug, das ihn zum nächsten Termin brachte. Ein anderer Gast wünschte sich ausdrücklich eine Energie-Booster-Infusion vor seinem Party-Wochenende auf Ibiza.
(Bildcredit: The Gentlemen’s Clinic)