«Haarausfall umfassend, präzise und tiefgreifend angehen.»
Die Zürcher Klinik Māra ist auf die medizinische Behandlung von Haarausfall spezialisiert. Geschäftsleiter Ludovic Manjot erklärt den ganzheitlichen Ansatz, neue Anwendungen – und wieso Haare so viel Emotion auslösen.
The Business Class Magazin
Ludovic Manjot, wie kamen Sie dazu, eine Spezialklinik zu gründen, die Haargesundheit ganz neu denkt?
Der Auslöser kam aus vielen Gesprächen mit Menschen, die seit Jahren gegen Haarausfall kämpfen. Immer wieder habe ich gehört, dass sie zwischen Hausarzt, Dermatologie und ästhetischen Praxen pendeln – und niemand das Thema wirklich gründlich betrachtet. Dermatologische Praxen fokussieren sich oft sehr oberflächlich auf die Kopfhaut, ästhetische Praxen wiederum schauen vor allem auf optische Lösungen. Doch kaum jemand versucht, die tatsächlichen Ursachen dahinter zu verstehen.
Und das haben Sie?
Ja. Dabei wurde uns klar, dass genau das fehlt: ein Ort, der Haargesundheit aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und medizinische, hormonelle, metabolische und lifestyle-basierte Faktoren wirklich zusammenführt und Menschen langfristig begleitet, statt sie nur kurzfristig zu behandeln. So ist Māra entstanden – eine Einrichtung, in der wir Haarausfall umfassend, präzise und tiefgreifend angehen – und damit echte, nachhaltige Veränderung ermöglichen.

Wieso ist Haarausfall emotional so stark belastet – und wie begegnen Sie dem in der Klinik?
Haarausfall belastet so stark, weil er unmittelbar sichtbar ist – bei Frauen wie bei Männern. Anders als viele gesundheitliche Veränderungen lässt er sich kaum verbergen. Haare sind ein zentraler Teil unseres äusseren Erscheinungsbildes, sie prägen unsere Identität, unsere Attraktivität und auch unser Gefühl von Jugendlichkeit. Viele Menschen verbinden damit unbewusst Themen wie Vulnerabilität: Wenn das Haar dünner wird, entsteht schnell das Gefühl, etwas Persönliches zu verlieren. Für manche bedeutet es sogar, dass sie sich nicht mehr wiedererkennen oder nicht mehr so wirken, wie sie sich fühlen.
Wie gehen Sie damit in der Klinik um?
In der Klinik begegnen wir diesem emotionalen Druck mit viel Ruhe, Empathie und Transparenz. Wir nehmen die Sorgen ernst, ohne sie zu dramatisieren, und wir erklären sehr klar, warum das passiert und welche realistischen Möglichkeiten es gibt, dagegen vorzugehen. Allein das Gefühl, verstanden zu werden und einen strukturierten Plan zu haben, nimmt vielen bereits einen grossen Teil der Angst.
«Gerade bei jungen Frauen und Männern führt sichtbarer Haarausfall schnell zu grosser Verunsicherung, weil er unmittelbar das eigene Auftreten und Selbstbild betrifft.»
Ludovic Manjot – Geschäftsleiter Zürcher Klinik Māra
Wie unterscheidet sich Ihr medizinisch-präziser Ansatz von den heute gängigen Standardlösungen?
Der grosse Unterschied liegt in der Tiefe unserer Diagnostik und der Individualisierung der Behandlung. Während viele Standardlösungen mit allgemeinen Empfehlungen, Shampoos oder pauschalen Wirkstoffen arbeiten, erstellen wir zunächst ein umfassendes Bild der tatsächlichen Ursachen. Dazu gehören eine detaillierte Haaranalyse, ein Bluttest mit relevanten Biomarkern sowie eine Lifestyle-Analyse, um hormonelle, metabolische und stressbedingte Einflüsse zu erkennen. Auf Basis dieser Daten entwickeln wir einen individuellen Therapieplan, der deutlich über das hinausgeht, was sonst im Markt angeboten wird: Er kombiniert medizinische Behandlungen wie PRP oder Autologen Exosomen-Therapie – ein innovativer Ansatz, der die Regeneration der Haarfollikel gezielt stimuliert. Ergänzend formulieren wir eine personalisierte Nahrungsergänzung, die exakt auf die ermittelten Defizite abgestimmt ist, sowie eine Pflege- und Routine Empfehlung für Zuhause, damit die Behandlung kontinuierlich unterstützt wird. In ausgewählten Fällen verschreiben wir auch Medikamente, wenn sie medizinisch sinnvoll und durch die Diagnostik klar indiziert sind. So entsteht ein präziser, evidenzbasierter und langfristig angelegter Ansatz, der nicht Symptome kaschiert, sondern die Ursachen nachhaltig adressiert.
Haare beeinflussen das Selbstbild des Menschen stark. Erleben Sie das in Ihrem Klinikalltag?
Solche Situationen erleben wir sehr häufig. Gerade bei jungen Frauen und Männern führt sichtbarer Haarausfall schnell zu grosser Verunsicherung, weil er unmittelbar das eigene Auftreten und Selbstbild betrifft. Nach einigen Monaten gezielter Therapie sehen wir dann oft, wie sich das Haarbild verbessert und die Betroffenen deutlich an Sicherheit und Wohlbefinden zurückgewinnen. Diese Veränderungen zeigen klar, welchen Einfluss Haargesundheit auf das Selbstvertrauen hat.
Welche wissenschaftlichen Entwicklungen halten Sie für besonders zukunftsweisend?
Die Biomarker-basierte Diagnostik ist der entscheidende Schritt nach vorn: Wenn wir messen können, was im Follikel wirklich passiert – ob Entzündungen, Nährstoffmängel oder Störungen der Versorgung – wird aus einer allgemeinen Behandlung eine präzise, individuelle Therapie. Darauf basiert unsere Arbeit bei Māra. PRP erreicht damit eine neue Entwicklungsstufe: höhere und stabilere Thrombozytenkonzentrationen, optimierte Gewinnung und eine Dosierung, die sich an Biomarkern und klinischem Verlauf orientiert.
Gibt es noch andere?
Autologe Exosomen sind der nächste Schritt, da sie gezielte Zellkommunikation und Gewebereparatur ermöglichen – ohne fremdes Material. Sie sind vielversprechend für eine langfristige Follikelregeneration. Ergänzend wird auch die richtige Supplementierung wichtiger. Sie verbessert die Energieversorgung der Zellen, senkt Entzündungen, fördert die Durchblutung und gleicht Mängel aus – und schafft damit eine Grundlage, damit PRP und Exosomen optimal wirken können. Die Zukunft folgt einem klaren Ablauf: präzise messen, gezielt behandeln, den Körper ganzheitlich unterstützen und kontinuierlich anpassen.
Welche Lifestyle-Faktoren sehen Sie am häufigsten als unterschätzte Auslöser?
Von den Lifestyle-Faktoren sehen wir vor allem Mikronährstoffmängel und Stress als die stärksten Treiber. Defizite bei Eisen, Zink oder Vitamin D sind häufig und haben einen direkten Einfluss auf das Haarwachstum – hier können wir über gezielte Supplementierung sehr effektiv gegensteuern. Stress wirkt ebenfalls deutlich auf die Follikel, weil er zentrale Regenerations- und Entzündungsprozesse beeinflusst. Mit strukturiertem Stressmanagement lässt sich dieser Faktor gut stabilisieren.
Spielt auch der Schlaf eine Rolle?
Ja. Schlaf unterstützt beide Bereiche, da er die körpereigene Regeneration stärkt – er ist selten der Hauptauslöser, aber ein wichtiger Verstärker.
Wie schaffen Sie in Ihrer Klinik eine Atmosphäre, in der Menschen sich sofort verstanden und aufgehoben fühlen?
Mit echter Empathie: Wir hören zu, ohne zu bewerten, und nehmen die Sorgen der Menschen ernst – denn Haarausfall ist oft nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein emotionales Thema. Gleichzeitig schaffen wir Sicherheit, indem wir jeden Schritt transparent erklären und anhand von Daten und wissenschaftlichen Analysen zeigen, warum etwas passiert und welche Massnahmen wirklich sinnvoll sind. Diese Kombination aus Verständnis und Klarheit gibt unseren Patientinnen und Patienten das Gefühl, gesehen zu werden und gleichzeitig einen strukturierten, evidenzbasierten Weg vor sich zu haben. Genau dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass viele sich bei uns sofort aufgehoben fühlen.
Wenn Sie an die Zukunft denken: Welche Vision treibt Sie persönlich an, Māra weiterzuentwickeln und die regenerative Medizin mitzugestalten?
Meine Vision ist eine Zukunft, in der Haargesundheit nicht erst dann Thema wird, wenn der Leidensdruck gross ist – sondern ein selbstverständlicher Teil der persönlichen Gesundheitsvorsorge. Ich wünsche mir eine Welt, in der wir Haarausfall so früh verstehen, vorhersagen und behandeln können, dass invasive Eingriffe wie Haartransplantationen nur noch selten notwendig sind. Statt zu reparieren, wollen wir präventiv schützen und regenerieren.
Wie gehen Sie da vor?
Ein zentraler Baustein dieser Zukunft ist der Aufbau einer umfassenden, wissenschaftlich fundierten Datenbank. Durch die systematische Sammlung und Analyse von Biomarkern, Therapieverläufen, Lifestyle-Faktoren und Ergebnissen möchten wir langfristig Modelle entwickeln, die uns sagen: Welche Therapie wirkt bei welcher Ausgangssituation am besten. Damit schaffen wir eine Präzisionsmedizin, die nicht nur individuell ist, sondern mit jedem Patientenfall intelligenter wird. Gleichzeitig sehe ich Māra als Teil einer grösseren Bewegung: einer neuen Ära der regenerativen Medizin, in der wir die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiv nutzen, statt nur Symptome zu managen. Ich möchte einen Ort schaffen, der Wissenschaft, Technologie und menschliche Fürsorge verbindet – und damit nicht nur Haargesundheit verbessert, sondern das Vertrauen in den eigenen Körper stärkt.