Ein Abend zwischen Flamme, Ritual und Perfektion
Es gibt Abende, die mehr sind als eine Einladung zum Essen. Abende, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis schreiben, weil sie Geschichte, Handwerkskunst und Emotion in einer seltenen Choreografie vereinen. Einer dieser Abende war das Hennessy Paradis Prestige Dinner, das nach langer Pause im Michelin-Stern Restaurant Trois Tours in Fribourg stattfand – orchestriert von Chef Romain Paillereau.
Von Antje-Katrin Schaniel – Text und Fotos; Senza x The Business Class Magazine

Schon beim Betreten des Saales wurde klar, dass es sich hier nicht um ein gewöhnliches Dinner handelte. Der Raum, besser gesagt der Saal, erstrahlte im warmen Schimmer eines Meeres aus Kerzen, die in zahllosen Gläsern und Spiegelungen tanzten. Stimmen wurden leiser, das Licht weicher, und es entstand eine Atmosphäre, die mehr an Theater erinnerte als an Gastronomie.

Durch den Abend führte Julien Pépin-Lehalleur, Brand Education Director von Hennessy. Mit Expertise und Leidenschaft spannte er den Bogen von der über 250-jährigen Geschichte der Maison bis hin zur zeitlosen Eleganz des Hennessy Paradis. Seine Erzählungen waren keine nüchternen Fakten, sondern ein Eintauchen in die Seele dieses Hauses – in seine Werte, seine Kunstfertigkeit und seine Vision.

Den Auftakt bildete ein Aperitif basierend auf Zitronensaft, etwas Zuckersirup, Veuve Clicquot und veredelt mit Hennessy Paradis, einem Cognac, der seit seiner Schöpfung in den 1970er-Jahren als einer der edelsten Schätze des Hauses gilt. Komponiert aus über 100 seltenen Eaux-de-vie, manche über ein Jahrhundert alt, ist er das Vermächtnis von acht Generationen Kellermeister und Sinnbild dessen, was Hennessy seit 1765 ausmacht: die Kunst der Assemblage, das Streben nach Perfektion, die Balance zwischen Tradition und Moderne.

Die Variation an Appetizern. Mal mit Rauchnote, mal crispy-crunchy.

Ein besonderer Moment des Abends war der Einsatz des eigens gefertigten Cognac-Trolleys – der erste seiner Art. Mit ihm wurde der Paradis am Tisch serviert, nicht aus der Flasche, sondern direkt mit der Pipette aus der Kristallkaraffe entnommen.

Diese Geste hatte fast rituellen Charakter: die leise Bewegung der Hand, das goldene Schimmern der Flüssigkeit, das Aufeinandertreffen von Glas und Licht. Mehr als Ausschank – es war ein Symbol für Nähe, Kostbarkeit und die Intimität des Moments.

Das Menü von Chef Romain Paillereau ging weit über Kulinarik hinaus. Jeder Gang war feinfühlig auf den Cognac abgestimmt, eine Symphonie aus Texturen und Aromen: mal würzig, mal zart, stets präzise, stets im Dialog mit dem Glas. Es war, als hätten Küche und Cognac denselben Rhythmus gefunden – eine Sprache, die jeder Gast verstehen konnte.



Und dann, zum Dessert, folgte der finale Paukenschlag: Vor den Augen der Gäste wurde ein außergewöhnliches Highlight zelebriert – die limitierte Edition Richard Hennessy meets Daniel Libeskind. Die von Star-Architekt Daniel Libeskind entworfene Karaffe, mehr Skulptur als Flasche, wirkte im Kerzenlicht wie ein Kunstobjekt aus einer anderen Welt. In ihrem Inneren: ein Cognac, der die größten Meisterwerke der Maison vereint und nur in streng limitierter Zahl existiert. Das feierliche Öffnen, das behutsame Einschenken – es war weniger Degustation als Offenbarung.

Für viele, darunter auch für mich, war es der erste bewusste Kontakt mit Hennessy – einer Maison, die seit über 250 Jahren französisches Savoir-faire verkörpert und heute in mehr als 160 Ländern als Synonym für Exzellenz gilt. Doch an diesem Abend war Hennessy nicht nur Prestige oder Geschichte, sondern Erlebnis: sinnlich, nahbar, fast intim.

So wurde das Hennessy Paradis Prestige Dinner zu weit mehr als einem exklusiven Ereignis. Es war ein Abend, der zeigte, dass Luxus nicht in der Distanz liegt, sondern in den Gesten, in der Nähe, im Detail. In der Stille eines Saales voller Kerzen, im Ritual einer Pipette, im Schimmer einer seltenen Karaffe.

Ein Abend, der bleibt – wie der Nachhall eines großen Cognacs, der lange spürbar ist, wenn das Glas längst leer ist….
