Drei Marken, ein Gesicht?
Audi Q9, Jaecoo J8 und Zeekr 9X wollen mit viel Platz, Luxus und Leistung in der SUV-Oberklasse punkten. Vor allem aber verblüffen sie mit ihrer optischen Nähe: grosse Kühlergrills, schmale Lichtsignaturen und mächtige Karosserien lassen die drei beinahe wie Verwandte wirken. Die Frage, die sich nun stellt: Which one would you choose?
Von Matej Mikusik – The Business Class Magazin
Es gibt da einen Trend im aktuellen Zeitgeschehen der Automobilindustrie: SUVs gleichen sich immer mehr im Design. Das, was sie unterscheidet, muss man im Innern suchen. So etwa bei diesen drei Prachtsstücken: Der neue Audi Q9, der Jaecoo J8 SHS und der Zeekr 9X stammen zwar aus drei verschiedenen Häusern, sprechen stilistisch aber eine erstaunlich ähnliche Sprache.

Okay, mal hat der eine eine Kante mehr, mal glänzt beim anderen eine Rundung etwas heller. Aber alle drei setzen auf eine hohe, nahezu senkrechte Front, einen gewaltigen Grill mit vertikalen Elementen, schmale Leuchten und eine betont monumentale Silhouette. Der internationale Luxus-SUV scheint endgültig seine globale Uniform gefunden zu haben.
Jetzt sind Sie gefragt: Welches Design gefällt Ihnen am besten – Audi Q9, Jaecoo J8 oder Zeekr 9X? Bitte Hier antworten.
Audi Q9: Der gediegene Riese
Mit 5,31 Metern Länge ist der Q9 der grösste Audi aller Zeiten. Sein riesiger Singleframe reicht weit nach unten, die schwarze Frontmaske verbindet Grill und Scheinwerfer optisch miteinander. Gerade Fensterlinie, kräftige Schultern und bis zu 23 Zoll grosse Räder sorgen für maximale Präsenz. Dennoch bleibt der Q9 innerhalb des Trios der zurückhaltendste Kandidat: weniger Chrom, klarere Flächen, mehr deutsche Sachlichkeit.

Auch technisch gibt Audi zunächst den Traditionalisten. Zum Marktstart arbeitet ein 3,0-Liter-V6-Diesel mit 299 PS und 630 Nm unter der Haube. Sieben Sitze sind serienmässig, alternativ gibt es sechs elektrisch verstellbare Einzelsitze, automatische Türen und das grösste Panorama-Schiebedach der Audi-Geschichte. Das ist Business Class auf Rädern – ab Ende Juli 2026 kann das SUV zu Preisen ab 131’900 Franken für den Q9 TDI 220 kW quattro bestellt werden.

Jaecoo J8 SHS: Der kompaktere Verwandte
Mit rund 4,82 Metern fällt der Jaecoo deutlich kompakter aus. Das Rezept ist dennoch vertraut: aufrechte Front, dominanter Lamellengrill, schmal gezeichnete Leuchten und eine geradlinige Seitenansicht. Neben den beiden XXL-Modellen wirkt der J8 beinahe wie deren jüngerer Bruder – optisch selbstbewusst, aber etwas weniger monumental.

In der siebensitzigen SHS-Version kombiniert Jaecoo einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit drei Elektromotoren, Dreigang-Hybridgetriebe und Allradantrieb. Damit positioniert sich der J8 als familienfreundliche und voraussichtlich deutlich preisgünstigere Alternative. Leider gibt es den J8 aktuell noch nicht bei uns. Aber das wird sicher noch kommen.
Zeekr 9X: Luxus mit Ausrufezeichen
Der 5,24 Meter lange Zeekr 9X trägt am dicksten auf. Sein riesiger Chromgrill, die zweigeteilte Lichtarchitektur und die kantige Karosserie machen keinen Hehl aus dem Anspruch, in der obersten Liga mitzuspielen. Wo Audi auf kontrollierte Eleganz setzt, liefert Zeekr die volle Gala-Uniform.

Dazu passen 897 PS Systemleistung, 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h und eine Ladezeit von lediglich 9,5 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Sechs Einzelsitze, Luftfederung und üppiges Infotainment runden den rollenden Salon ab. So gibts etwa einen grossen Cinema-Screen zum rausfahren oder auch einen veritablen kleinen Kühlschrank. Die Markteinführung in der Schweiz ist für Ende 2026, anfangs 2027 geplant und als Richtpreis für die Top-Version Zeekr 9X Hyper hört man zahlen im Range ab ca. 111’270 Franken, netto.

Unser Kurzfazit
Tja, was aber finden wir? Oder sagen wir mal zumindest ich, der jedes Jahr rund 50 neue Fahrzeuge unter dem Popo zum test hat? Sagen wir es mal so: Der Jaecoo J8 wirkt am bodenständigsten und ist beim Preis (den J8 gibt es in Australien in der Top-Version ab 55’000 Australischen Dollars) der attraktivste.
Der Audi Q9 wirkt ausgewogen, bewährtes aus Ingolstadt. Neu mit bisschen mehr Bling-Bling à la Mercedes. Natürlich: Das Fahrwerk ist top. Perfekt für Fahrten auf deutschen Autobahnen mit 200 km/h.
Der Zeekr 9X holt sich klar den Preis für den spektakulärsten SUV. Aber das sind wir ja mittlerweile von den chinesischen Herstellern gewohnt. Wenn die könnten, dann würden sie auch einen Elefanten oder Giraffen mitreinpacken. Einfach so fürs Entertainment.
Überraschend bleibt, wie nahe sich die drei trotz unterschiedlicher Herkunft optisch kommen. Ein Zufall? Der aktuelle Zeitgeist? Oder schlicht das neue Einheitsgesicht der Luxus-SUV?
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