Audi concept wow!
Sphere, die Vierte – und endlich ein Brand, der e-Bike und e-Car richtig kombiniert. Mit dem Audi activesphere concept komplettiert die Marke mit den Vier Ringen ihr Quartett der Sphere-Konzeptfahrzeuge. In Andermatt debütierte anfangs Februar ein viertüriges Crossover-Coupé mit einem cool wandelbaren Karosserieentwurf. Das Sportback-Heck des activesphere lässt sich auf Tastendruck in eine offene Ladefläche – «Activeback» – verwandeln. Das ist perfekt für die Mitnahme von Freizeitausrüstung wie E-Bikes oder Wasser- und Wintersportequipment. Wir waren an der Schweizer Premiere in Andermatt dabei.
Mit der Crossover-Studie activesphere concept werfen die Ingolstädter den vierten Ring in die Runde der coolen Konzept-Studien. Sie zeigen, wie die Zukunft aussehen könnte und wie die Visionen Freizeit, Coolnes und Driving Power immer mehr verschmelzen.
Gestartet ist Audi 2021 mit dem Roadster skysphere und der Limousine grandsphere. Im April 2022 präsentierte man in China mit dem urbansphere ein grosszügiges Raumkonzept für staugeplagte Gutbetuchte. Der Audi activesphere concept nun ist ein viersitziger Sportback der sich auf Tastendruck in einen Pickup, genannt activeback, verwandeln lässt. Wir durften bei der Schweizer Premiere in Andermatt dabei sein. Auf der zur Fahrgastzelle mit einer ausfahrbaren Trennscheibe geteilten Ladefläche lässt sich einiges an Sportgerät verstauen. Etwa eigens entwickelte E-Tron-Mountainbikes deren Akkus sich während dem Transport aufladen. Das Wunderfahrzeug lässt sich aktiv mit Lenkrad und Pedalerie bewegen und bietet bei Bedarf die Option, sich auf der Strasse automatisiert und entspannt fahren zu lassen. Eine Hightech-Brille erlaubt dazu den Blick auf die reale Umgebung und den Weg. Sie blendet gleichzeitig – individuell für Fahrer und Passagiere konfigurierbar – plastisch erscheinende Informationen und Interaktionselemente ins Blickfeld ein.
Erdacht und entworfen wurde das Konzeptfahrzeug im Audi Design Studio in Malibu, nur einen Steinwurf entfernt vom Pacific Coast Highway, der legendären Küstenstrasse. Verantwortlich zeichnen Studioleiter Gael Buzyn und sein Team: «Der activesphere ist einzigartig. Er stellt eine neue Form des Crossovers dar, die geschickt die Eleganz eines Audi Sportback, die Vielseitigkeit eines SUV und echte Offroad-Fähigkeiten miteinander kombiniert.»

Schweiz Premiere in Andermatt
Erstmalig in der Schweiz wurde das vierte Mitglied der Spherefamilie am 9. & 10.Februar 2023 feierlich in der Audi e-tron Destination Andermatt präsentiert. Dieter Jermann, Brand Director Audi Schweiz, sagt: «Die Schweiz ist bekannt für fantastische Wintersportdestinationen, die zur Betreibung eines aktiven Lifestyles einladen. Emotionale Erlebnisse geprägt von hoher Qualität und purer Freiheit sind garantiert. Dies sind alles Attribute, die den Audi activesphere concept mit quattro-Antrieb und die Schweiz verbinden».
Robuste Eleganz – das Exterieurdesign
Seine Abmessungen ordnen den Audi activesphere concept als Vertreter des gehobenen Segments ein – 4,98 Meter Länge, 2,07 Meter Breite und 1,60 Meter Höhe. Der Radstand fällt – E-Auto-typisch – mit 2,97 Meter üppig aus und beschert den Passagieren im Innenraum ein Maximum an Beinfreiheit. Entsprechend kurz fallen vorderer und hinterer Überhang aus und betonen einen deutlich kompakteren Eindruck als es die blossen Zahlen signalisieren. Aus allen Perspektiven wirkt der Audi activesphere concept monolithisch, wie aus einem Guss. Die Räder enthalten bewegliche Segmente: Sie öffnen beim offroad-Einsatz zugunsten optimaler Durchlüftung, und schliessen sich onroad für eine optimale Aerodynamik. Auf minimalen Luftwiderstand sind auch die so formschönen wie filigranen Kameraspiegel an den beiden vorderen Türen konsequent ausgelegt.
Die variable Bodenfreiheit verweist auf eine Audi-Modellfamilie, die im C- und später auch B-Segment bereits seit dem Jahr 2000 eine so begeisterte wie treue Fangemeinde gefunden hat – den Audi allroad. Auch hier gab es seit der ersten Generation ein luftgefedertes Fahrwerk mit variabler Bodenfreiheit, und eine optisch abgesetzte Bodengruppe mit Unterfahrschutz-Elementen als signifikantem Design-Merkmal. Ebenso signifikant für alle allroad: Das ist das Avant-Package.

Wie schon beim Verwandten Audi grandsphere concept, sind die Türen des Audi activesphere gegenläufig, vorn und hinten an A- und C-Säulen angeschlagen; eine B-Säule gibt es auch hier nicht. So eröffnet sich den Passagieren schon beim Einsteigen das gesamte Volumen des Innenraums. Schmal, wie fokussierte Augen, erscheinen die Scheinwerfereinheiten rechts und links oberhalb des Singleframe. Die Leuchteinheiten zitieren dabei das Markenlogo der Vier Ringe: Denn sie vergrössern und isolieren die Schnittfläche von zwei Ringen zu einer Pupille – einer neuen, unverwechselbaren digitalen Lichtsignatur, die Audi erstmals beim Audi grandsphere vorgestellte hat: das Audi eye. Beim activesphere wird diese Signatur nun sogar variiert – onroad- und offroad-Fahrmodus erhalten eine je eigene Variante. Tagfahrlicht und Heckleuchten nutzen hochfeine Micro-LED-Technologie für noch mehr Präzision und Kontrast.
Sportback und active back – variable Heckarchitektur
Der Audi activesphere concept erweist sich als Grenzgänger, und das bedeutet auch: als Verwandlungskünstler. Denn speziell seine Heckpartie trägt dem aktiven Lebensstil seiner Kundschaft Rechnung und macht die Mitnahme selbst grossformatiger Sportgeräte möglich – ohne dafür Eleganz und Sportlichkeit der Sportback-Silhouette zu opfern. Bei Bedarf schiebt sich die transparente Heckscheibe nahezu bündig über das Dach des Audi activesphere. Gleichzeitig klappt das untere, vertikale Segment des Hecks in die Horizontale. So eröffnet sich eine respektable Ladefläche, in der bereits Halterungen etwa für die Räder von E-Bikes eingelassen sind – der active back. Die seitlichen Flächen des Hecks – die C-Säulen – bleiben dabei unverändert in Position und erhalten die dynamische Silhouette des activesphere. Eine Trennwand hinter den Rücksitzen schützt die Kabine vor Wind und Wetter. Für den Transport von Skiern ist eine Halterung mittig in der Dachkonstruktion integriert – bündig und praktisch unsichtbar im Dachbogen versenkt.
Innen vor Aussen – Mensch im Mittelpunkt
«Sphere» setzt das Signal: Die gemeinsame Namenskomponente der Konzeptfahrzeuge Audi skysphere, grandsphere, urbansphere und nun auch activesphere verweist auf das Interieur. Nicht mehr Kilowatt und km/h oder die Querbeschleunigung stehen oben im Lastenheft dieser neuen Generation von Automobilen. Der Ausgangspunkt ist der Innenraum, die Lebens- und Erlebnis-Sphäre der Fahrgäste unterwegs. Deren Bedürfnisse und Wünsche gestalten den Raum, die Architektur und die Funktionen. Mit dieser Umwertung verändert sich auch der Designprozess selbst. Am Anfang aller Diskussionen richtet sich der Fokus auf den Innenraum und dessen Gestaltung. Erst danach werden Package, Proportionen und die Linien des Exterieurs entworfen.
Funktional und reduziert – das Interieur
Ein Bild äusserster Klarheit und Aufgeräumtheit – dieser Eindruck empfängt den Passagier, der sich durch die weit geöffneten Türen dem Innenraum des Audi activesphere nähert. Vertikale und horizontale Flächen dominieren die Architektur des Raums ebenso wie rechte Winkel. Horizontal sind die Zonen des Interieurs farblich gegeneinander abgesetzt. Im Zentrum: Sitzflächen und die Verkleidungen von Türen und Frontbereich in warmem Lavarot, kontrastieren auch beim Blick durch die Seitenscheiben gezielt zum dunklen Exterieur. Oberhalb und unterhalb dieser zentralen Zone dominieren ebenfalls dunkle Farben – Schwarz, Anthrazit und dunkles Grau.

Die vier Einzelsitze selbst sind wie Ausleger in der durchgehenden hohen Mittelkonsole aufgehängt. Das innere Seitenteil der Sitzschale ist im oberen Abschluss horizontal als Armlehne ausgeformt und liegt auf der Mittelkonsole auf. Sitzfläche, Rückenteil und Schulterpartie haben die Designer als drei separate umlaufende Schalen gestaltet, die bereits optisch guten Seitenhalt versprechen. Zugleich erscheinen sie schwebend leicht und erhalten die Balance zwischen automobiler Funktion und der Eleganz eines lounge chair.
Fährt der Audi activesphere concept im automatisierten Modus, dann sind Armaturenträger und Lenkrad sowie die Pedalerie unsichtbar versenkt. Besonders in der ersten Sitzreihe eröffnet sich ein weiter Raum vor dem Fahrer, der bis an den Frontabschluss des activesphere reicht – und darüber hinaus. Frei im Blickfeld: der voll verglaste Singleframe, durch den die Passagiere einen unverstellten Blick auf den Weg vor dem Fahrzeug haben.
Audi dimensions – zwischen den Welten
Grenzüberschreitungen sind die Stärke des Audi activesphere concept – das gilt auch für die Schnittstelle zwischen Automobil, Nutzer und Umgebung. Denn erstmals verbindet das neue System die physische Realität und die digitale Sphäre bündig zu einer neuen Welt: Audi dimensions heisst die Technologie. Herzstück des neuen Systems sind innovative Mixed-Reality-Brillen – individuell für jeden Fahrer/Passagier an seinem Platz im Auto verfügbar. Den Nutzern steht während des Aufenthalts im Audi activesphere zudem ein umfassendes digitales Ökosystem zur Verfügung.
In den frühen Tagen beschränkten sich VR-Brillen auf die Darstellung einer künstlichen, «virtuellen» Realität ohne Einbeziehung der realen Welt. Später jedoch entwickelte sich die Technologie zur «Augmented Reality» weiter, bei der die reale Welt mit virtuellen Inhalten überlagert wird. Mixed Reality – und das ist der nächste Schritt – ist nun in der Lage, virtuellen Inhalt mit räumlichem Bezug zur realen Welt dreidimensional abzubilden. Keine Frage: Mixed Reality wird zukünftig die Möglichkeiten von AR-Headup-Displays bei Flexibilität, Präzision und darstellbaren Inhalten auf ein neues Niveau heben.
Mixed Reality bedeutet konkret: Im Audi activesphere concept kommt erstmals eine zukunftsweisende Generation dieser Technologie zum Einsatz, die Augmented Reality um die Dimension der Interaktion erweitert. Mit einer bislang unerreichten optischen Präzision, höchster Auflösung und exzellentem Kontrast kann das System dem Brillen-Nutzer hinter dem Lenkrad Bedienflächen und Anzeigen in sein Blickfeld bringen, die sich dem ungerüsteten Auge nicht zeigen.
Der Nutzer sieht also virtuelle Details, die zunächst ausschliesslich der Information dienen. Fokussiert der Benutzer mit seinen Augen diese Elemente und signalisiert dem System damit Interesse, bauen sich detailliertere Inhalte auf – wie beim manuellen Klick, der ein Untermenü öffnet. Zusammengefasst: Der aktive Zustand eines Interaktionselement wird erreicht, sobald der Nutzer fokussiert und über Gesten interagiert.

Die Hand folgt dann intuitiv dem Blick und steuert Fahrzeugfunktionen – und das «user interface» – die virtuelle Anzeige in der Brille – reagiert wie ein konventionelles Bedieninstrument in Echtzeit auf Änderungen. Besonders benutzerfreundlich: Das virtuelle Bedienelement bewegt sich zum Nutzer hin, so dass dieser unabhängig von seiner Sitzposition komfortabel mit der Benutzeroberfläche interagieren kann.
Da die Brille exakt auf die Geometrie des activesphere-Innenraums ausgelegt ist, kann sie dem Nutzer sogar fiktive Karteikarten punktgenau auf die Mittelkonsole projizieren, die den Zugriff auf Web-Inhalte visualisieren. Indem die Sensorik der Mixed-Reality-Brille den Innenraum millimetergenau vermisst, lassen sich virtuelle Inhalte nach persönlichem Bedarf einblenden und für die individuelle Interaktion nutzen.
Grenzenlose Nutzbarkeit
Auch ausserhalb des activesphere-Innenraums ist die Vernetzung von Brillen-Nutzer und Automobil samt Ökosystem voller Möglichkeiten. Lassen sich heute etwa Navigationsrouten Foder Fahrzeugwartung mithilfe von Laptop oder Tabletcomputer aus dem Wohnzimmer vorbereiten, so ist das künftig allein mittels Mixed Reality-Technologie und der Brille als einzig nötiger Hardware möglich.
Umgekehrt kann der activesphere-Passagier seine Brille aus dem Auto heraus auf die Skipiste mitnehmen, um sich dort die Navigation auf dem Bike-Trail oder die Ideallinie bei der Skiabfahrt anzeigen zu lassen.
Auch Informationen zum Automobil selbst, zur Akku-Reichweite und zu den nächsten Ladestationen sind sowohl im Fahrzeug als auch ausserhalb abrufbar. Und bei Bedarf lassen sich Warnungen wie vor zu geringem Reifen-Luftdruck ebenso vorab nutzen wie der Wetterbericht als Kriterium für die Routenauswahl.

Mit 800 Volt schnell laden
Herzstück der Antriebstechnik aller künftigen PPE-Modelle wird die 800-Volt-Ladetechnik sein. Wie schon beim Audi e-tron GT quattro*, sorgt diese dafür, dass sich die Batterie mit einer Leistung bis zu 270 kW an Schnell-Ladesäulen in kürzester Zeit aufladen lässt. Erstmals wird diese revolutionäre Technik mit der PPE in die Volumensegmente Mittel- und Oberklasse einziehen. Die PPE-Technologie erlaubt Ladezeiten, die sich einem klassischen Tankstopp bei Verbrenner-getriebenen Automobilen annähern. Gerade einmal 10 Minuten genügen, um ausreichend Antriebsenergie für mehr als 300 Kilometer Fahrstrecke an Bord zu nehmen. Und in weniger als 25 Minuten lässt sich der Ladestand der 100 kWh-Batterie von 5 auf 80 Prozent bringen. Zusammen mit einer Reichweite von deutlich über 600 Kilometer präsentiert sich der Audi activesphere bei Bedarf kompromisslos Langstrecken-tauglich.
(Bildcredit: AMAG Import AG)