«Alles begann mit der Metapher der Boiling Frog Theory»
Die Bullfrog Barbershops bieten eine einzigartige Kombination aus traditioneller italienischer Rasurkunst sowie der Atmosphäre und Friseurtechniken eines nordamerikanischen Barbershops. Angefangen mit einem Shop in Mailand ist Bullfrog heute europaweit an 14 Standorten vertreten, mitunter im Zürcher Niederdorf.
Von Matej Mikusik
Grund genug für uns, dem Gründer Romano Brida ein paar Fragen zu stellen über die Expansion des Zürcher Shops, den Trend zur Männerpflege und den Namen Bullfrog.
Romano Brida, wie kamen Sie dazu, eine Barbershop-Kette zu gründen?
Das Bullfrog-Abenteuer begann vor zehn Jahren als mein persönliches Projekt während eines Sabbaticals. Ich habe die traditionellen Barbershops immer geliebt und auf meinen Reisen gerne verschiedene Barber-Stile auf der ganzen Welt getestet. Beruflich war ich damals in internationalen Beratungsfirmen tätig, bevor ich mich zur Gründung von Bullfrog entschied. Die gesammelten Berufserfahrungen habe ich mitgenommen und auch das Businessmodell von Bullfrog so entwickelt, dass es möglichst skalierbar und auf andere Märkte übertragbar ist. Mittlerweile sind wir mit unseren Barbershops in Zürich, Mailand, Bergamo, Genua, Rom, Varese, Turin, Monza, Bozen, München, Nizza und Zypern vertreten. Bereits zu Beginn haben wir auch erste eigene Produkte lanciert. Heute stammt der grösste Teil unseres Einkommens aus dem Vertrieb der Produkte und aus dem B2B-Vertrieb, der 70 Prozent unseres Umsatzes ausmacht.

Kürzlich haben Sie das 10-jährige Jubiläum von Bullfrog gefeiert. Unter anderem mit der Expansion des Zürcher Shops.
Genau, bereits seit 2016 sind wir in Zürich präsent, bisher haben wir den Shop aber mit einer anderen Marke geteilt. Seit kurzem haben wir die gesamte Lokalität im Zürcher Niederdorf an der Niederdorfstrasse 18 übernommen und somit mehr Platz für die Ausstellung unserer Produkte und natürlich für unsere Kunden. Beim Design blieben wir unserem Stil treu: Elegante, bequeme Ledersessel, dunkles Mobiliar, viel Holz und schwarz-weiss Bilder, die an eine frühere Zeit erinnern.
Es gibt immer mehr Barbershops, warum ist das so?
Längst ist es nicht mehr reine Frauensache, sich um Aussehen und Wohlbefinden zu kümmern, sondern auch bei Männern ist das in den letzten Jahren ein wichtiges Thema geworden. Barbershops sind der ideale Ort dafür, denn sie verbinden die Tradition der Männerpflege mit einer neuen, verbesserten, offeneren und hedonistischen Atmosphäre, in der sich Männer gerne verwöhnen lassen. Die Zahl der Barbershops nimmt nicht nur zu, sondern sie werden auch sichtbarer, stilvoller und attraktiver: Sie sind keine prolligen Männerhöhlen mehr!
Wie hat sich die Körperpflege von Männern in den letzten Jahren verändert?
Jahrzehntelang haben Männer ihre Körperpflege als etwas wahrgenommen, wofür sie sich schämen mussten. Sie kümmerten sich natürlich um ihr Äusseres, wollten aber nicht als besonders eitel auffallen. Diese Jahre sind hoffentlich vorbei: Der Grossteil der Männer ist heutzutage offen für stilistische Veränderungen, experimentiert gerne mit dem Äusseren und hat vor allem Freude daran. Dies reicht von der Ernährung über die Fitness bis hin zu den Haaren, dem Bart und der Haut.

Was macht Bullfrog Barbershops besonders?
Wir glauben, dass der grösste Luxus die Zeit ist, die man für sich selbst aufwendet. Unser Ziel ist es daher, ein Friseurerlebnis zu schaffen, das diese Zeit wertschätzt und einen qualitativ hochwertigen Service bietet, und zwar in jeder Hinsicht: eine coole Atmosphäre, eine effiziente Buchung, erfahrene Barber und Pflegeexperten. Wir bevorzugen Effektivität und Qualität gegenüber einem Schnickschnack-Service. Ausserdem wollen wir, dass das Wohlbefinden auch ausserhalb des Barbershops anhält: Deshalb erweitern wir auch unsere Produktlinie stetig mit neuen Pflegeprodukten.
Was dürfen Kunden von der Bullfrog Produktlinie erwarten?
Die Artikel von Bullfrog haben das Aussehen eines handgefertigten Produkts, weil wir den Stil kleiner Läden und deren artisanale Flakons, Tuben, etc. lieben. Die Formeln werden gemeinsam mit italienischen Industriepartnern an der Spitze der kosmetischen Forschung und Produktion entwickelt. Das Ergebnis sind Pflegeprodukte, die bis zu 100 Prozent Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs enthalten und mit einem Minimum an Verpackungsmaterial verpackt werden. All dies sind grundlegende Aspekte, die für die Erwartungen der Verbraucher zu berücksichtigen sind.
«Längst ist es nicht mehr reine Frauensache, sich um Aussehen und Wohlbefinden zu kümmern.»
Romano Brida, Fonder Bullfrog.
Warum der Name Bullfrog?
Alles begann mit der «Boiling Frog Theory», die ich meinen Kunden in der Beratung zu erzählen pflegte. Die Metapher handelt von einem Frosch, der in einem Topf schwimmt und nicht merkt, dass das Wasser langsam zu kochen beginnt… bis er bei lebendigem Leib gekocht wird. Im Januar 2012 wurde mir klar, dass diese düstere Metapher perfekt auf mich und meine berufliche Situation zutraf: Ich war der gekochte Frosch. Nach dieser Erkenntnis beschloss ich, mich aus dem Arbeitsalltag zu lösen und mir eine Auszeit zu nehmen. Das war die Geburtsstunde der Marke Bullfrog.
Im Zürcher Shop gibt es einen geheimen Rückzugsort, was hat es damit auf sich?
Während der Prohibition in den USA versteckten die meisten Barbershops geheime Bars hinter ihren Läden: Sie durften bei ihrer Tätigkeit zur Desinfektion Alkohol verwenden und begannen, ihn in den sogenannten Speakeasies auch illegal auszuschenken. Ich fand diese Geschichte sehr faszinierend und wollte diese Atmosphäre mit unseren geheimen Speakeasies «The Pond», die es in Zürich und Mailand gibt, nachbilden. Normalerweise sind sie nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber sie können der perfekte Ort für private Veranstaltungen, Produktpräsentationen und geheime Partys sein!

(Bildcredits: Bullfrog)